Private Krankenversicherung

Thursday, November 16, 2006 11:51:48 AM (W. Europe Standard Time, UTC+01:00)

Ab Januar möchte ich mich privat versichern, da ich dann nicht mehr hauptberuflich Student bin sondern hauptberuflich als Trainer arbeiten werde, und quasi nur noch nebenbei als Student (ich bekomme dann kein BAFöG mehr und muss außerdem Studiengebühren zahlen, da geht das leider nicht mehr anders). Ich habe mich dafür von drei Versicherungsmaklern beraten lassen, und muss mich jetzt zwischen 3 Tarifen entscheiden. Da jeder mir jeden Tarif anbieten könnte komme ich so auf 9 Möglichkeiten. Die Auswahl ist nicht einfach, und einfach mal darüber bloggen und alles aufschreiben könnte mir bei der Entscheidung helfen.

Bei den Versicherungen habe ich zur Auswahl:

Primo SB1 von der Halleschen
+ die Versicherung ist Testsieger bei verschiedenen Tests (allerdings nicht mit genau diesem Tarif)
+ angeblich bleiben hier die Beiträge besonders Stabil
+ nur 300€ Selbstbeteiligung
- kostet ca. 145€ / Monat

KEH750 von der Central
+ günstigster Preis (ca. 90€ / Monat)
- hohe Selbstbeteiligung (750€)
- Beiträge angeblich nicht stabil

A75+S103+ZS75 von der SDK
+ zwar 650€ Selbstbeteiligung, aber die KK zahlt immer 75% der Kosten
+ gute Leistungen, besonders beim Zahnersatz und Kieferorthopädie (je 75% + noch mal 75% der restlichen kosten durch ZS75)
- kein offener Katalog für Heil- und Hilfsmittel
- kostet ca. 135€ / Monat

Was die Leistungen betrifft sind die Tarife in den Bereichen, die für mich wichtig sind, in etwa gleich (ich brauche keine Heilpraktiker und auch keine Psychotherapie oder sowas). Ein wesentlicher Unterschied ist die Selbstbeteiligung.

Im günstigsten Fall muss ich nicht zum Arzt. Dann zahle ich pro Jahr bei der Halleschen und der SDK ca. 1.740€, bei der Central 1080€. Im ungünstigsten Fall passiert irgendetwas schlimmes (teures), und ich muss meine Selbstbeteiligung komplett aufbrauchen. Dann zahle ich bei der Halleschen 2.040€, bei der SDK 2.340€ und bei der Central 1.830€. Tatsächlich dürfte ich irgendwo dazwischen liegen, also vergleiche ich die Werte einmal in einem Diagramm:

Hier ist die Central klar günstiger. Angeblich sollen die Beiträge allerdings nicht so stabil bleiben wie bei der Halleschen. Also ist die nächste Überlegung: Wie stark dürfen die Beiträge bei der Central maximal stärker steigen als bei der Halleschen, damit sie trotzdem noch günstig bleibt? Bei hohen Ausgaben, also wenn die Selbstbeteiligng der Central verbraucht ist, ist die Differenz zwischen den beiden Krankenkassen am geringsten, nämlich 210€. Bei einem Grundbeitrag von 1.080€ dürfte die Central also maximal ca. 19% teurer werden, bei gleichbleibendem Preis der Halleschen. Das scheint mir ein guter Spielraum zu sein, allerdings weiß ich nicht wie stabil die Preise bei privaten Krankenkassen im Allgemeinen sind. Bleibe ich gesund und nehme keine Leistungen in Anspruch liegt die Differenz sogar bei 660€, da müsste die Central ganze 61% teurer werden um mich mehr zu kosten als die Hallesche. Rein vom Preis her ist somit die Central der klare Sieger. Die Hallesche bietet in einigen Punkten eine bessere Leistung. Die Frage ist also: bin ich bereit für die bessere Leistung auch mehr zu bezahlen? Brauche ich die Mehrleistungen der Halleschen überhaupt?

Wenn ich mich für einen Tarif entschieden habe muss ich noch entscheiden wo ich den Vertrag abschließe. Ich habe mit 3 Versicherungsmaklern gesprochen, zwei davon von großen Gesellschaften (Impuls und MEG) und einer von einer kleineren, eher unbekannten Gesellschaft. Mit dem MEG Makler habe ich nur ein paar mal telefoniert, mit den beiden anderen hatte ich ein persönliches Gespräch.

Prinzipiell können die mir ja alles erzählen, das meiste davon kann ich nicht nachprüfen. Erst recht nicht Angaben wie "Makler X will ihnen Versicherung A nur verkaufen, weil er da höhere Provision bekommt als für Versicherung B" (Makler X erzählt außerdem das gleiche, natürlich umgekehrt :) ). Alle behaupten von sich, auch nach Vertragsabschluss bei Fragen & Problemen immer erreichbar zu sein. Auch das kann ich nicht überprüfen. Vielleicht ist es so, vielleicht auch nicht. Da ich also keine überprüfbaren Fakten habe, kann ich den Makler nur aus dem Bauch heruas wählen. Die beiden die sich Zeit genommen haben sich persönlich mit mir zu treffen haben dadurch schon Pluspunkte gesammelt. Jemanden nur über's Telefon einzuschätzen ist noch schwieriger, außerdem haben die beiden anderen mehr Zeit investiert, was ich ja auch positiv berücksichtige.

Also eine Frage an die Besucher meines Blogs: Welche Erfahrungen habt ihr mit privaten Krankenversicherungen gemacht? Wie würdet ihr euch entscheiden?

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