Die Benutzerkontensteuerung in Windows 7 und Windows Vista soll eigentlich verhindern, das Anwendungen ohne Genehmigung durch den Benutzer administrative Änderungen am System vornehmen können. Das hat in Vista zu sehr viel Kritik geführt, da Microsoft bei Vista etwas über das Ziel hinaus geschossen ist und Vista zu oft um Erlaubnis gefragt hat.
In Windows 7 gibt es deshalb nun verschiedene Einstellungen für die Benutzerkontensteuerung. In der neuen Standardeinstellung fragt Windows nur noch nach, wenn Programme Änderungen am System vornehmen wollen, nicht mehr bei Aktionen, die vom Benutzer ausgelöst wurden. Prinzipiell ist das keine schlechte Idee, leider wurde sie aber sehr schlecht umgesetzt – die Änderung der Benutzerkontensteuerungseinstellungen (was für ein Wort…) durch den Benutzer löst auch keine Nachfrage mehr aus, und Anwendungen können durch simulierte Benutzereingaben so nun die Benutzerkontensteuerung vollständig abschalten.
Statt das Problem zu beheben, behauptet Microsoft nun aber das Problem sei by Design und man werde es nicht ändern.
Inzwischen haben Long Zheng und Rafael Rivera jedoch eine weitere, schlimmere Lücke in der Benutzerkontensteuerung entdeckt: Von Microsoft signierte Anwendungen können priviligierte Aktionen ausführen, ohne eine Abfrage durch die Benutzerkontensteuerung auszulösen. Nun gibt es aber auch Microsoft Anwendungen, die ihrerseits wiederrum dazu verwendet werden können, andere Anwendungen zu starten, z.B. rundll32.exe. Somit können nun Malware-Anwendungen die Microsoft Anwendungen nutzen, um Code ohne Nachfrage mit Administratorrechten zu starten. Die neue Standardeinstellung der Benutzerkontensteuerung ist somit vollkommen nutzlos, wenn man diese Einstellung nutzt kann man die Benutzerkontensteuerung auch gleich komplett abschalten. Einen Demo-Exploit gibt es bei Rafael.
Bis Microsoft das Problem behebt – falls sie es überhaupt beheben – sollte man die Benutzerkontensteuerung deshalb unbedingt wieder auf die höchste Sicherheitsstufe einstellen. Ich hatte unter Vista keine Probleme mit dieser Einstelllung, man gewöhnt sich schnell daran und wenn ein System erst fertig eingerichtet ist, führt man sowieso kaum noch Aktionen durch, die eine Nachfrage erfordern.